Moerser Haushalt nicht vom Landrat genehmigt
Sparkurs
ist unausweichlich
Moers
- Trotz intensiver Gespräche mit der Aufsichtsbehörde
kann der städtische Haushalt nicht genehmigt werden. Dies teilten
Bürgermeister Norbert Ballhaus und Kämmerer Wolfgang Thoenes
am Dienstag mit.
„Wir hatten einen guten, kommunikativen Prozess mit den Beteiligten,
aber letztlich erschien der Aufsichtsbehörde das Zusatzrisiko
zu hoch“, erläuterte Thoenes. Dies bedeutet: Weniger
Schlüsselzuweisungen des Landes und eine erhöhte Kreisumlage
könnten für die Stadt zu einem zusätzlichen Konsolidierungsbedarf
von rund vier Mio. Euro pro Jahr führen. Damit hätte sich
die Summe auf rund 33 Mio. Euro bis zum Jahr 2018 erhöht. Die
Folge wäre, dass die Stadt zu einem bestimmten Zeitpunkt mit
ihrem Eigenkapital im „Minus“ gelandet wäre. Die
Verwaltung hatte zwar im Vorfeld zusätzliche Maßnahmen
als Vorschläge erarbeitet, aber diese reichten nicht aus. Damit
rutscht die Stadt Moers wieder in das Nothaushaltsrecht.
Eine Hilfestellung könnte die Stufe 2 des Stärkungspakts
Stadtfinanzen des Landes NRW bieten. Damit sollen „überschuldete“
Kommunen oder solche, denen dies in absehbarer Zeit droht, wieder
handlungsfähig werden. Der Rat muss spätestens in seiner
Sitzung am 28. März beschließen, ob Moers sich an der
Teilnahme bewirbt.
„Zwar ist die Höhe noch nicht klar, die wir erwarten
könnten, aber ich kann nur zu einer Bewerbung raten. Wir sollten
alle Möglichkeiten ausschöpfen“, sagte Bürgermeister
Ballhaus. Wenn die Stadt Moers mitmacht, würde die Bezirksregierung
ein Mitglied einer „Task Force“ entsenden, das bei der
Konsolidierung berät. Darüber entsteht dann ein sogenanntes
Sanierungskonzept.
Ob nun der Einstieg in das Nothaushaltsrecht erfolgt oder eine freiwillige
Teilnahme am Stärkungspakt beschlossen wird, beide Alternativen
bedeuten, dass in Moers künftig der Gürtel noch enger
geschnallt werden muss. In jedem Fall wird dann von den zuständigen
Aufsichtsbehörden der Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt
zugrunde gelegt. Er empfiehlt unter anderem Punkte wie Fremdreinigung
der Verwaltungsgebäude, Personalabbau in der Kernverwaltung
und Reduzierung von Angebote im kulturellen Bereich. „Letztlich
wird es um die Frage gehen: Was ist tatsächlich notwendig und
wovon können wir uns schweren Herzens trennen“, so Bürgermeister
Ballhaus abschließend.
Die FDP im Moerser Rat hat zur aktuellen Haushaltslage bereits Position
bezogen und räumt ein, „dass zurzeit völlig unklar
ist, ob es im Landtag NRW überhaupt eine Mehrheit für
diesen Stärkungspakt geben wird. Auch ist zur Zeit noch völlig
unbestimmt, ob die Stadt Moers die Voraussetzungen für eine
Teilnahmebewerbung erfüllt.“ Die FDP-Ratsfraktion sieht
daher nur die Möglichkeit, dass mit dem Haushaltsentwurf für
das Jahr 2013 die notwendigen Konsolidierungsschritte im Rahmen
des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) eigenverantwortlich getroffen
werden.
Wappen:
Stadt Moers
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